2026 Released | Reloaded

Ausstellungseröffnung 19. November 2026
18 Uhr
Brunnen64

Voyager 2026

English text below

Released | Reloaded

Kunst, die sich mit unserer Identität, unserer Herkunft und unserem Platz in der Welt auseinandersetzt, öffnet direkt Türen zu inneren Räumen. Das gelingt David Antonides in seinen neuesten Arbeiten, mit denen er sich auf eine sehr persönliche Suche nach Bedeutung und Zugehörigkeit begibt und  individuelle Bildwelten erschafft.

Mit einer Serie großformatiger Arbeiten erforscht der Künstler neue Ausdrucksformen und setzt sich zugleich mit Fragen nach seiner Herkunft und seinem Selbstverständnis auseinander. Die Wege seiner Vorfahren und sein langjähriger Lebensmittelpunkt Berlin lassen die Grenzen zwischen Herkunft und Gegenwart, zwischen dem Zurückgelassenen und dem Gewonnenen verschwimmen. Persönliche Orte verwandeln sich in Gefühle. Geografische und politische Grenzen erscheinen zunehmend willkürlich und treten hinter den Erinnerungen und Erfahrungen zurück, die sich in uns zu inneren Räumen verdichten.
Für die Auseinandersetzung mit Migration hat David Antonides eine eigene Ikonografie entwickelt. Migrierende Tierarten erscheinen als scherenschnittartige Porträts und fügen sich in die Kompositionen ein. 

 Was in dieser Ausstellung dem Betrachtenden zuerst ins Auge fällt, ist jedoch der farbliche Zauber, der diese Arbeiten von David Antonides durchzieht. Anklänge an den Stil der lyrischen Abstraktion lassen die reduzierte Farbpalette der wasserlöslichen Pigmente  ineinanderfließen. Inmitten dieser berührenden Welt aus Farben und Formen treten auch die menschlichen Dimensionen von Migration hervor: Einwanderungspapiere, Reisedokumente und Aufenthaltstitel verweisen auf die politischen und bürokratischen Bedingungen, die mit dem Wechsel von Lebensorten verbunden sind. 

So treffen poetische Formen auf Brüche und Spannungen, in denen sich persönliche Geschichten ebenso spiegeln wie die Spuren kollektiver Geschichte. Ein Wechselspiel von Harmonie und Irritation: Erinnerungen scheinen auf, Gefühle verdichten sich und eröffnen innere Bildräume, in denen sich Herkunft, Identität und Migration auf vielschichtige Weise begegnen.


Released | Reloaded

Art that explores our identity, our origins and our place in the world opens doors to inner spaces. David Antonides achieves this in his latest works, embarking on a deeply personal search for meaning and belonging while creating visual worlds that are uniquely his own.

Through a cycle of large-scale works, the artist explores new forms of artistic expression while reflecting on questions of his own origins and sense of identity. The paths taken by his ancestors, together with Berlin, his long-established home, blur the boundaries between origin and present, between what has been left behind and what has been gained. Personal places transform into feelings. Geographical and political borders increasingly appear arbitrary, receding behind the memories and experiences that crystallise within us into inner spaces.

In exploring the theme of migration, David Antonides has developed an iconography of his own. Migratory animal species appear as silhouette-like portraits, woven into his compositions.

Yet what first catches the viewer’s eye in this exhibition is the chromatic enchantment that permeates David Antonides’s works. Echoes of lyrical abstraction allow the limited palette of water-soluble pigments to flow into one another. Within this moving world of colours and forms, the human dimensions of migration also emerge: immigration papers, travel documents and residence permits point to the political and bureaucratic conditions associated with moving from one place to another.

Here, poetic forms encounter ruptures and tensions, reflecting personal stories as well as the traces of collective history. A delicate interplay of harmony and disquiet unfolds: memories surface, emotions gather intensity, and inner pictorial spaces emerge in which origin, identity and migration meet in complex and multifaceted ways.